Alte Herren meistert die erste Pokalrunde

TGD Essen-West – ESG 99/06  1 : 5

gr_esg9906_alte_herren04.03.2017  An jedem Samstag, wenn schon sämtliche Jugendspiele beendet wurden, kommt die Zeit, betagte Kicker auf die Anlage zu lassen. Böse Zungen würden behaupten, dass man den Anblick unserer wohlgenährten Körper nicht jedem zumuten kann. Wir wissen aber natürlich, dass es terminlich nicht anders geht. So fanden sich diesmal 15 siegeswillige Spieler der Alte Herren der ESG 99/06 auf der TGD-Anlage ein, um einen obligatorischen Sieg zu zelebrieren.

Schließlich wurde der heutige Gegner, TGD Essen-West, vor ein paar Wochen deutlich mit 6:0 distanziert. Auf dem Weg zum Platz musste sich einer unserer Spieler für sein Schuhwerk entschuldigen. Letztendlich war er der einzige, der sich wagte, mit nicht schwarzen Schuhen auf den Platz zu gehen. Spieler A: „Was hast du da für komische Treter an?“. Spieler B:„Waren im Angebot für 20 Euro“. Immerhin besser, als Familienkassen mit im Windkanal getesteten CR7-Sondermodellen zu strapazieren. Es stellte sich aber für uns in erster Linie nicht die Frage, was wir trugen, sondern wie wir mit unserem Schuhwerk und dem Spielgerät auf einem sehr holprigen Aschenplatz zurechtkommen.

Dies gelang uns während der gesamten ersten Hälfte nicht so wirklich. Wir hatten zwar weitaus größere Spielanteile, waren aber nicht in der Lage uns entschieden in den gegnerischen 16er hineinzuspielen. Es dauerte einfach seine Zeit, bis man sich an den unebenen Platz gewöhnt hatte. So versuchten wir viel zu oft, mit zügigem Passspiel oder Ballstafetten mit nur einem Ballkontakt den Gegner auszuspielen. Es hätte auf Kunstrasen oder auch auf einem guten Ascheplatz problemlos funktioniert. Auf dieser Buckelpiste brauchte man dagegen oft einen zweiten Ballkontakt, um die Kugel zu beruhigen. Daher landeten viele Flanken und Pässe da, wo sie nicht landen sollten.

Die 1:0 Führung in der 10. Minute war daher eher als zufällig zu betrachten. Den Freistoß von Muntoni ließ der gegnerische Keeper zur allgemeinen Überraschung durch die Finger flutschen. Wie der Volksmund sagt: „Geschenktem Barsch schaut man nicht in die Kiemen“. Egal wie das Tor fiel, wir hatten eine erhoffte frühe Führung erzielt. Das gab uns aber keinen besonderen Auftrieb, und das Spiel plätscherte vor sich hin. Wir ließen uns vom gemächlichen Tempo des Gegners unnötig anstecken, hatten aber in der Defensive keine Probleme. Der Ausgleich in der 30.Minute fiel daher völlig unerwartet. Genauso, wie es fast zum Rückstand gekommen wäre, als es der quirlige Torschütze des Gegners erneut zu einer Großchance schaffte. Der Keeper Lotina parierte diese, ich kann es schon vorwegnehmen, letzte Torchance des Gegners in diesem Spiel. Wir hatten aber bis zur Halbzeit zwei bis drei weitaus bessere Gelegenheiten. Beispielsweise wurde der TGD-Keeper freistehend aus drei Metern angeköpft. Und so ging es mit einem Unentschieden in die Pause.

Nach der Pause fing die ESG 99/06 sofort an, in ihrem eigenen Tempo zu spielen. Und man konnte rasch erkennen, dass der Gegner mit unserem Pressing sowie schnellen und durchdachten Pässen einfach nicht mithalten konnte. Die Hereinnahme von Ulf Ripke belebte die linke Seite ungemein. Und das zahlte sich schon zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff aus. Kotermann beendete einen schnellen Angriff über links mit dem Führungstreffer. Sowohl die perfekt getretene Flanke, wie auch optimale Ballannahme vor dem Torwart waren von allererster Güte. Der Gegner wurde aber weiterhin unter Druck gesetzt. Und sechs Minuten nach dem Wideranpfiff stellte Sodermann mit einem wunderschönen Volleyschuss die Weichen auf den Sieg. Danach ließen wir es etwas ruhiger angehen, ohne aber unser hohes Tempo stark zu drosseln. Die ganze Mannschaft arbeitete mit nach hinten, und somit konnte uns der tiefstehende Gegner nie auskontern. Torchancen gab es für uns dagegen nur noch sporadisch. Deren Anzahl hätte aber schon ausreichen müssen, um das Ergebnis noch höher zu schrauben. Thomas Rausch holte das mit einem Doppelpack in den letzten beiden Minuten einfach mal nach. Und danach pfiff der stets souveräne Schiedsrichter diese einseitige Partie ab.

Nach dem Spiel feierten wir fröhlich das Weiterkommen. Die dritte Halbzeit der Alte Herren hat aber ihre eigenen Gesetze. In der Kiste bewachten Stauder-Flaschen liebevoll wenige Altpullen. Unsere Kisten werden nicht durch Cola geschändet. Unterhosen zu waschen, ist aus unserer Sicht auch eine Aufgabe der Waschmaschine und nicht die des Duschkopfs. Die Spezies der Unterhosenduscher wurde bei uns noch nicht gesichtet. Klar ist das alles Old-School, aber Leute die ein Spielsystem mit Libero als eine valide Spielform betrachten und nicht als einen taktischen Unsinn, können es einfach nicht anders. Für diesen Tag wurde sogar eine vierte Halbzeit anberaumt, da wir direkt nach dem Spiel eine Jahreshauptversammlung der Alte-Herren-Abteilung hatten. Schon vorher erfuhren wir, dass uns einer unserer Trainer aufgrund einer schweren Knieverletzung nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Wir bedanken uns bei Michael Becker für die tolle Arbeit und hätten uns alle gewünscht, dass er weitermacht. Eine interne Lösung wird angestrebt, und es wird natürlich weiterhin guter Fussball bei den Alten Herren gespielt. In der nächsten Zeit erwarten uns viele wichtige Spiele, sei es beim Ü40-Kleinfeldturnier oder in der nächsten Pokalrunde. Da kriegen wir am 18.03. mit SV Schonnebeck einen echten Kracher vor die Brust gesetzt. Der Anstoß ist um 17:00 Uhr auf der Anlage „Schetters Busch“. Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung. Am besten so, wie sie bei diesem Spiel war, denn diese kann man nur mit großem Lob überschütten.