Zweite gewinnt zweistellig

gr_esg9906_zweiteDJK Franz-Sales-Haus – ESG 99/06  3 : 11

19.03.2017  Nach dem knappen Sieg im letzten Spiel, erwartete die 2. Mannschaft der ESG 99/06 beim Auswärtsspiel auf der eigenen Anlage vom Papier her ein leichter Gegner.

Dies bestätigte sich auch schon vor dem Führungstreffer in der 6.Minute durch Rückkehrer Sebastian Teutscher. Es war sofort erkennbar, dass Franz-Sales-Haus eine gehörige Portion schwächer besetzt ist als in der Hinrunde, wo sie immerhin eine Halbzeit lang unsere Angriffe gut im Griff hatten. In dieser Aufstellung aber konnte uns der Gegner nie gefährden, und es stellte sich schon bald lediglich die Frage, wie hoch der Sieg ausfallen wird. Thomas Rausch (12.) mit einer schönen Einzelleistung, Janocha (17.) und Plaschke (22.) mit Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor sowie erneut Teutscher (25.) mit einem weiteren präzisen Weitschuss schraubten das Ergebnis nach gerade einmal 25 Minuten auf 5:0 hoch. Franz-Sales-Haus schaffte es bis zur zweiten Halbzeit, die Anzahl unserer Torchancen etwas zu minimieren. Dennoch hätten wir in den restlichen 20 Minuten vor der Halbzeit-Zigarette nachlegen müssen, zumal einige Spieler unseres Gegners schon zur Mitte der ersten Halbzeit kräftig am Pumpen waren. Wir kassierten in der 34.Minute sogar einen Gegentreffer, als Bielan eine harmlose Flanke durch die Finger rutschte.

Die zweite Halbzeit fing genauso furios an, wie die erste. Innerhalb von neun Minuten zogen wir durch Rausch (50.), Karic (53.) und Janocha (54.) auf 8:1 davon. Ein erneuter Patzer unseres Torwarts bescherte dem Gegner einen weiteren Ehrentreffer und Bielan (58.) einen Eintrag als Torschütze. Nun kam die Zeit des am häufigsten benutzen Wortes innerhalb unserer Mannschaft. Ich rede natürlich vom Wort „Kiste“. Ohne Zweifel fällt uns dieses Wort öfters ein als beispielsweise Ball, Schuss, Tor oder ähnliche für die Kreisliga-C sekundäre Ereignisse. Die Behauptung, dass auch fünf Väter in der Mannschaft dieses Wort in der Saison öfters in den Mund genommen haben als die Vornamen ihrer eigenen Kinder, sind weder Fake-News noch Verschwörungstheorien. Es handelt sich um empirisch belegte Fakten, die jeder wissenschaftlichen Überprüfung standhalten können. Nun schauten die Spieler auf der Bank, wer kurz vor dem Hattrick stand, oder noch keinen Saisontreffer hatte, und schrien fast im Sekundentakt „Kiste!“. Die Spieler auf dem Platz spielten natürlich seriös weiter, ohne aber die Leute anzuspielen, die unserem Durst abhelfen konnten, und erarbeiteten sich folgerichtig ihre Torchancen.

Trotz guter Torgelegenheiten fiel lediglich das 9:2 durch den dritten Treffer von Teutscher (68.), in ESG-Sprech übersetzt: „Kiste“. Diese gibt es nicht nur für einen Hattrick, sondern auch für viele weitere Anlässe. Da haben wir eine Kreativität bewiesen, die man nur selten sieht. Franz-Sales-Haus konnte dann durch einen direkt verwandelten Eckball in der 75. Minute auf 3:9 verkürzen. Wir bekamen also drei Gegentreffer, ohne dass sich ein harmloser Gegner eine nennenswerte Torchance erspielt hatte. Es gibt halt solche Tage. Da steht man morgens mit dem falschen Bein auf, läuft dann mit dem Kopf gegen den Türrahmen, zerkratzt sich beim Rasieren das halbe Gesicht und obendrein verbrüht man sich auch noch mit heißem Kaffee die Zunge. Genauso einen Tag erwischte unser Keeper. Wenn Mike am Sonntagmorgen aufs Klo gegangen wäre, dann hätte er sich mit Sicherheit versehentlich das Ei unter die Klobrille geklemmt, und sich dann mit vollem Gewicht draufgesetzt. So ein Horrorspiel hat jeder Spieler exakt einmal in seinem Leben. Davon wird keiner verschont. Wir erzielten noch zwei weitere Treffer: In der 76. Minuten kombinierten unsere beiden Trainer prächtig miteinander, und Roth erhöhte auf 10:3. Janocha (87.) markierte mit seinem Hattrick (Kiste) den Endstand zum 11:3. Danach wurde diese einseitige Partie beendet, in welcher wir für einen hohen Sieg lediglich eine durchschnittliche Leistung benötigten.

Nächste Woche wird es gegen Rellinghausen III sicherlich schwieriger werden. Unseren Aufstiegszug wollen wir aber nicht mehr entgleisen lassen, und so werden konzentriert in diese Partie gehen. Anstoß ist um 13 Uhr an der Hubertusburg. Bis dahin mache ich mir Gedanken, wofür man sonst noch eine Kiste spendieren sollte. Eventuell sowas wie Freundin des Mitspielers in den Schritt schauen, Bierflasche mit dem Flaschenöffner aufmachen, buntes Handtuch beim Duschen benutzen oder was auch immer. Irgendwas wird mir schon einfallen. Wenn nicht mir, dann irgendeinem anderen meiner mit blühender Fantasie gesegneten Fußballkameraden.

Ein Bericht von Gojko