Zweite Mannschaft gewinnt kurz vor Schluss

SV Teutonia Überruhr III – ESG 99/06 II  2 : 3

gr_esg9906_zweite05.03.2017  Endlich geht es wieder los. Die Winterpause kam einem wie eine Ewigkeit vor. Sicherlich macht es auch großen Spaß, diese Zeit mit Freundschaftsspielen, Training, Kicken in der Halle oder der Weihnachtsfeier zu überbrücken. Nichts kann aber ansatzweise den Ligabetrieb ersetzten, zumal es für die 2. Mannschaft der ESG 99/06 auch um sehr viel geht.

Mit 6 Punkten Vorsprung liegen wir an der Spitze und der Aufstieg ist ja auch fest eingeplant. Um diesen zu schaffen, müssen wir aber alle ans Limit gehen und zwar nicht nur körperlich, sondern auch mental. Es nützt keiner Mannschaft, wenn sie nominell am stärksten besetzt ist aber nicht auf den Punkt genau konzentriert und zielstrebig ist und auf dem Platz keine zweckdienliche Kommunikation betreibt.

Von der erforderlichen Einstellung her konnte man während der nahezu gesamten ersten Halbzeit im Spiel gegen Teutonia Überruhr nichts beobachten. Wir agierten in der Offensive planlos, in der Defensive vogelwild und das Ganze wurde auch noch mit haarsträubenden Pässen in der Spielfeldmitte gewürzt. Gemeckert wurde auch viel zu viel. Es wurde in unseren Reihen teilweise lauter als im Affenkäfig. Und das genau gegen einen der wenigen Gegner, der in der Lage ist, dieses Chaos auszunutzen. Teutonia Überruhr III ist eine junge, dynamische, ausgeglichen besetzte und disziplinierte Truppe, die man nicht einfach so im Vorbeigehen schlagen kann. Somit bohrten sich deren Angriffe ständig durch unsere löchrige Kette. Schon nach fünf Minuten lagen wir hinten, als der Überruhrer Stürmer einen Steilpass im Nachschuss verwertete. Während wir nichts zustande brachten, brannte es in unserer Hälfte lichterloh.

Daher fiel folgerichtig auch der zweite Treffer in der 20.Minute, als der Außenspieler der Gastgeber die Kugel aus spitzestem Winkel im Tor unterbrachte. Zu diesem Zeitpunkt hätte sicher niemand einen Pfifferling auf das ESG-Team gesetzt, zumal wir auch noch fast den dritten Treffer kassiert hätten. Den optimal gespielten Querpass am leeren Tor vorbeizuschieben, schafft zum Glück nicht jeder. Während wir defensiv weiterhin fahrlässig agierten, lief es vorne auf einmal besser. Es ist nunmal so, dass wir in unseren Reihen Fußballer haben, gegen deren Grundgeschwindigkeit keine Mannschaft in der Kreisliga C ein passendes Gegenmittel finden kann. So vergaben wir bis zur Halbzeitpause einige hochkarätige Torchancen, boten aber dem Gegner auch die eine oder andere Gelegenheit, nachzulegen.

In der Halbzeitpause war die Stimmung dementsprechend mies. Jeder packte sich aber an die eigene Nase, und das unnötige Gemecker während der ersten Hälfte wurde komplett abgestellt. Jedes Wort der flammenden Ansprache unseres Kapitäns Kalilou wurde regelrecht in unsere Gehirne eintätowiert. Die Mannschaft war nach der Pause eine ganz andere. Sicherlich hat eine Truppe ihre Schwierigkeiten, wenn sie nahezu jedes Wochenende stressfreie Spiele absolviert und sichere Siege feiert. Man muss aber damit klarkommen, dass uns keiner die Punkte einfach so schenkt. Es gibt Gegner, die an sich glauben, für die Spiele gegen uns ein Highlight der Saison sind und die die Ersten sein möchten, die die ESG II mit einer Niederlage vom Platz schicken.

Nach der Halbzeitpause stabilisierten wir uns in der Defensive, was zum Teil der Hereinnahme von Jan Bielan zu verdanken ist. Er vernagelte regelrecht seine Spielseite, gewann etliche wichtige Zweikämpfe und brachte mehr Sicherheit in unsere Defensive. Wenn Donald Trump wirklich 40 Milliarden Dollar für eine Grenzmauer zu Mexiko ausgeben will, dann ist das weggeworfenes Geld. Ein Jan Bielan in der heutigen Verfassung reicht dicke aus, und man munkelt, er würde das für den halben Preis machen. Unser offensiver Schwung der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit verpuffte leider völlig. Der Gegner zog sich weit zurück, verteidigte konzentriert und wir kamen bis zur 75.Minute zu keiner glasklaren Torchance. Als wir bei einem Angriff nicht schnell genug nach vorne rückten, blieb Karic nichts anders übrig, als es alleine zu versuchen. Von der Spitze 16-er startend dribbelte er mehrere Spieler aus und traf trocken in die Ecke. Jetzt fing der Gegner an zu wackeln, und wir konnten in der 78.Minute ausgleichen. Den unplatzierten Volleyschuss von Kleiber hätte der gute Teutonia-Keeper ohne Schwierigkeiten an die Brust gezogen. Sein Verteidiger stand aber vor seinem Torwart und klärte den Ball ins eigene Tor.

Danach ging keine Mannschaft zu hohes Risiko ein, und es passierte bis zur 89. Minute einfach nichts, worüber man reden sollte. Dann wurde nach einer schnellen Kombination Plaschke im 16-er gelegt und Karic verwandelte den Elfer souverän in die Ecke. Nach so einem Sieg jubelt man normalerweise außerordentlich. Bei uns war die Stimmung dagegen ein wenig gedämpft. Das Spiel hat uns jede Menge Kraft gekostet, und wir waren einfach mit unserer Leistung nicht zufrieden. Es machten sich eher eine verhaltene Freude und eine große Erleichterung breit. Das Spiel hat uns unsere Schwachpunkte aufgezeigt, hat uns wachgerüttelt, hat uns erklärt was wir tun müssen, um unser Ziel nicht zu gefährden. Normalerweise muss man für jede Erkenntnis und jeden Fehler einen Preis entrichten. Da wir aber noch nicht mal einen Punkt gelassen haben, bekommen wir diese Erkenntnis frei Haus geliefert. Und wir haben eine intakte und selbstkritische Truppe die nicht erst auf die Schnauze fallen muss, um bestimmte Dinge zu kapieren. In zwei Wochen haben wir die Gelegenheit, zu beweisen, dass wir aus unseren Fehlern lernen können. Der Gegner am 19.03. um 13:00 heißt Franz-Sales-Haus. Den Weg zu diesem Auswärtsspiel wird man wohl auch ohne Navi finden.